Donnerstag, 29. September 2016

Die Deutsche Bank wackelt

Schaut man seit Anfang der Woche in die Massenmedien, ist auf einmal die Deutsche Bank scheinbar kurz vor dem Ableben. Unabhängig davon, wie ernst es ursprünglich war, durch die Kampagne in den Massenmedien ist es jetzt ernst geworden und das war auch kein Zufall.

Seit Beginn dieser Woche sieht die Welt anders aus. Zu beobachten ist das besonders bei den Massenmedien. Seit Montag erfahren wir aus allen Kanälen, dass die Deutsche Bank Probleme hat. Ich möchte an dieser Stelle zunächst gar nicht diskutieren, wie ernst die Probleme der Deutschen Bank tatsächlich waren oder auch nicht. Spätestens nach dieser Medienwelle hat sie ernsthafte Probleme. In kaum einer anderen Branche sind nämlich Anleger und Kunden so schnell dabei, einem Unternehmen den Rücken zu kehren, wie im Bankenbereich. Verschiedene Beispiele in den vergangenen Jahren von Lehman bis hin zu Zypern haben aber jedem auch unmittelbar vorgeführt, dass das eigene Geld schnell weg sein kann. Man hört nun Gerüchte über einen anlaufenden Bankrun bei der Deutschen Bank, das ist aber eine völlig logische Entwicklung nach den Schlagzeilen in dieser Woche. Da wird dann schon über Notfallpläne der Bundesregierung geschrieben, die prompt wieder dementiert werden. Letzteres ist allerdings wenig glaubhaft, die Tatsache, dass das Wort „Bailout“ und „Crash“ im Mund der großen Massenmedien ist, zeigt, dass hier bereits massiv Feuer unterm Dach herrschen muss. Ab einem bestimmten Zeitpunkt einer Bankenkrise verselbstständigt sich diese und kann kaum noch gebremst werden, außer man schließt alle Pforten und setzt den Handel der Wertpapiere aus. Wir reden hier aber nicht über irgendeine Bank. Die Deutsche Bank ist definitiv systemrelevant und kann die Kettenreaktion auslösen, die das ganze Weltfinanzsystem zum Einsturz bringt.

Ich bin aber nicht der Meinung, dass alle diese Dinge gerade zufällig geschehen. Alle großen Banken kann man bei Bedarf abschießen, denn alle haben ähnlich viel Dreck am Stecken, worüber man dieses bewerkstelligen kann. Auf der anderen Seite kann aber auch jede Bank diskret gerettet werden, wenn man das möchte. Wir haben das 2008 bereits gesehen, wo viele Banken ohne großes Aufheben gerettet wurden, auch größere, als Lehman Brothers es war. Letztere sollten untergehen, damit man den richtigen Druck auf den US-Senat und andere erzeugen konnte. Lehman war aber auch gerade noch klein genug, um eben nicht das ganze Weltfinanzsystem zum Kollaps zu bringen.

Ganz ähnlich sieht das auch bei der Deutschen Bank aus. Wenn Bloomberg als große US-Nachrichtenagentur vermeldet, dass die Bundesregierung an Notfallplänen für die Deutsche Bank arbeitet, dann ist das kein Zufall. In dieser Größenordnung passiert nicht nur in der Politik nichts zufällig, wie schon Roosevelt sagte, sondern auch bei den großen Massenmedien. An diesem Montag wurde u.U. der tödliche Pfeil auf die Deutsche Bank aus den USA abgeschossen, nachdem diese von dort schon mit der drohenden Strafzahlung von 14 Milliarden US-$ „verwundet“ wurde.

Die spannende Frage stellt sich nun, was damit erreicht werden soll?

Es könnte das Ziel sein, die Deutsche Bank zu zerschlagen. Die angeblichen Notfällpläne sehen ja auch so etwas Ähnliches vor. Man könnte aber auch gezielt die Deutsche Bank dazu benutzen wollen, den Crash des Finanzsystems auszulösen. Wenn man nicht zugeben will, dass dieses System sowieso auf dem letzten Loch pfeift und nicht mehr lange am Leben erhalten werden kann (was man an negativen Zinsen, Anleihenaufkäufen der Zentralbanken, etc. eigentlich klar erkennen kann), muss man einen Grund für die Massen finden. Die Deutsche Bank ist zwar schon lange nicht mehr deutsch, aber die Zentrale steht noch in Frankfurt, „Deutsch“ steht im Namen und es ist wie auch VW eines der wichtigsten Unternehmen für Deutschland. „Rein zufällig“ wird ja auch VW seit einigen Monaten aus den USA unter Beschuss genommen.

Würde also die Deutsche Bank crashen und das Weltfinanzsystem unweigerlich mitreißen, dann wäre erneut „Deutschland schuld“. Das dürfte für so manchen in den angloamerikanischen Kreisen sehr verlockend sein. Wir werden es abwarten, ich kann Ihnen aber nur dringend raten, Ihre Krisenvorsorgemaßnahmen abzuschließen (was alles dazugehört, finden Sie kompakt in meinem kostenlosen eBook „Der Krisenratgeber“) und auf jeden Fall viel Bargeld im Haus zu haben. Sollte es tatsächlich groß krachen, wird nach dem entsprechenden Wochenende nicht nur die Deutsche Bank geschlossen bleiben. Sollte es tatsächlich bereits am kommenden Wochenende losgehen, dann wissen wir auch, warum Horst Seehofer seine Termine für die erste Oktoberwoche abgesagt hatte. Das wurde bereits vor zwei Wochen vermeldet. Seien Sie einfach gut vorbereitet, dann ist es egal, ob nun an diesem Wochenende bereits ein Crash kommt oder auch nicht.

Vielleicht möchte man ja wirklich auch „nur“ die Deutsche Bank zerschlagen.

Titelbild: 
© Paul Lampard – Fotolia.com, P. Denk

Kommentare:

  1. Möchte nur kurz hinweisen auf
    http://www.rottmeyer.de/jahrhundertkrise-jahrhundertchancen/
    insbesondere auf folgende Passage:
    "Doch bevor das bestehende Geldsystem zugunsten eines neuen und besseren Modells abgeschafft wird, ist davon auszugehen, dass die bekannten Akteure versuchen werden, die bestehenden Strukturen irgendwie zu „retten“. In diesem Zusammenhang könnte (!) man auf die Idee kommen, die im Jahr 1971 aufgegebene Goldbindung des Dollar an das Gold wiederzubeleben.

    [Nebenbemerkung: Interessierte Kreise reden darüber schon seit mindestens 6 Monaten, was in den MSM naturgemäß keine Beachtung fand. GHH]

    Selbstredend würde das zunächst zu einer schweren Anpassungskrise mit steigenden Zinsen und einer weltweiten Rezession führen. Auf längere Sicht hätte eine Bindung des US-Dollar an den Goldpreis jedoch einige Vorteile, allen voran einen besonders wichtigen: Das erodierende Vertrauen in den US-Dollar als Weltleitwährung könnte zumindest vorübergehend stabilisiert werden. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit müsste man allerdings davon ausgehen, dass auch dies nicht von Dauer wäre.

    Kommentar von GHH: Mag schon sein, solange man dem Grunde nach so weitermachenh will wie gehabt, weil die Machtverhältnisse hinter den Kuilissen sich noch nicht verändert haben; ABER damit ist allemal Zeit gewonnen (!), um eben diese Machtverhältnisse und damit aich die Regeln zu ändern.]

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  2. Ich sehe es auch, dass von langer Hand eine allgemeine Schuld Deutschland vorbereitet wird. Dazu passt auch das DE (Merkel) die Schleusen auf gemacht haben. Sollte das Hartgeld.com-Szenario wirklich eintreten ist auch wieder DE Schuld. Egal wie man es dreht, Deutschland muss schuld sein. Daran erkennen wir aber auch, aus welcher Richtung dieser Wind weht.

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  3. Danke Peter für den guten Beitrag, ich denke es kann sich jetzt nur noch um einige Jahre dauern, bis es zu einer größeren Korrektur am Finanzmarkt kommt. Ich rechne mit 2017 bis 2019.

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